AKTUELLES
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Liebe Haiti Freunde,
am Mittwoch sind wir von Haiti zurückgekehrt.
Ich soll euch alle ganz herzlich Grüßen und euch herzlich danken für eure so vielfältige Ermutigung und Hilfe! Anneliese war gerührt und konnte all die Zeitungsberichte, Informationen, Grußkarten und Grüße gar nicht verarbeiten.
 
Was wir in Haiti gesehen haben ist schwer zu beschreiben. Zerstörung, Elend und Hilflosigkeit wohin man schaut. Die erste Nacht haben Benjamin und ich in Port au Prince verbracht, auf dem Gelände einer amerikanischen Schule, die Unterkunft für zahlreiche Hilfsorganisationen bereit gestellt hat. Von dort aus wurden wir von unserem Fahrer Immanuel und dem Schuldirektor Serge abgeholt. Wir waren interessiert, wie die Hauptstadt nach dem Beben aussieht und so machten wir eine sehr erschütternde „Site Seeing Tour“ durch Port au Prince. Schätzungsweise jedes dritte Gebäude ist ein Trümmerhaufen und wo es Freiflächen gibt, wurden Zeltstädte errichtet. Teilweise sind Straßen unpassierbar durch die Berge an Schutt und daneben wurden wieder Zelte errichtet um Menschen eine Unterkunft zu bieten.
Noch verehrender sieht die Situation in Carrefour aus, wo kaum ein Haus unversehrt geblieben ist. Hier besuchten wir auch die Orte, wo unsere Arbeit vor 30 Jahren begann und bereits an Haitianer übergeben worden ist. Von dem dreistöckigen Schulgebäude steht nur noch das untere Stockwerk, das ehemalige Waisenhaus und Wohnhaus von Pastor Eddy ist dem Erdboden gleich ein einziger Trümmerhaufen. Ähnlich sehen auch die Wohnhäuser der Lehrer aus, von denen wir zwei besuchten. Die Familie lebt nun auf ihrem Grundstück in einem drei Personen Camping Zelt, zusammen mit Obdachlos gewordenen Nachbarn.
Nach vierstündiger, unbeschreiblicher Fahrt waren wir dann bei Anneliese (du brauchst einen Geländewagen und musst ein wirklich guter Fahrer sein um überhaupt dort anzukommen). Wie die Situation hier aussieht beschreibe ich Stichwortartig:
Am dreistöckigen Schulgebäude ist der Obere Stock vollständig eingestürzt. Wir werden die Trümmer abtragen, aber nicht mehr hier aufbauen, sondern ein neues Gebäude mit 6 Klassenzimmern bauen.
Der Haupt Treppenaufgang ist weitestgehend zerstört.
Am Seitengebäude sind Risse und es wurde von der Deckenlast etwas schief gedrückt
Die Toilettenanlage (außerhalb) ist zerstört von den Trümmern.
Das Kindergarten bzw. Nähschulen Gebäude ist unversehrt – hier haben wir gemeinsam mit etwa 10-15 Personen geschlafen.
Das Wohnhaus von Anneliese hat wenige Risse und ist o.k.Das Gemeindegebäude in Meyer ist beschädigt
Das Gemeindegebäude in Gerade ist leicht beschädigt – Dachbalken eingebrochen.
Das neue Schulgebäude in Gerade ist unversehrt
Das alte Schulgebäude hat Risse und muss gerichtet werden.
Wie schon berichtet findet seit dem Erdbeben nahezu Landesweit kein Unterricht an den Schulen statt. Da wir unser Hauptgebäude in Meyer für viele Monte nicht nutzten werden können, haben die Lehrer begonnen auf einem gepachteten Nachbargelände eine provisorische Schule mit Hölzern und Planen zu errichten. Wie hier ab dem 12. April der regelmäßige Unterricht stattfinden soll ist für unsereins unbegreiflich – bei den Haitianern und auch bei Anneliese hab ich nicht ein Achselzucken oder Kopfschütteln gesehen.
Wie ihr seht gäbe es noch vieles zu berichten (über die Gemeinde, Bevölkerung, Nähschule, Klima, Hilfsprojekte, usw.), aber ich werde hier langsam zum Schuss kommen.
Vielen DANK für eure Unterstützung und euer Gebet für Haiti - der Herr segne Euch!
Weitere Informationen folgen!
Herzliche Grüße
Roland Lorenz
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